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FeMiPa auf Reise

Anlässlich unserer Flitterwochen zu dritt haben wir einen neuen Blog gestartet: femipa.wordpress.com (Herr P. sah sich unter der alten Adresse nicht ausreichend repräsentiert).

Liebe Hochzeitsgäste,

wir freuen uns über die vielen Rückmeldungen auf unsere Einladung zur Hochzeit. Inzwischen steht auch der Zeitplan für unser Fest fast fest und auch die Details klären sich allmählich.

Ablauf:

Wir starten, wie schon angekündigt, am Samstag um 14 Uhr mit der kirchlichen Trauung in der Klosterkirche in Abensberg.

Von dort aus ziehen wir als frisch vermähltes Ehepaar mit Euch im Konvoi weiter zum Schloss Ratzenhofen.  Für die circa zwanzig Kilometer dorthin bietet sich die Bildung von Fahrgemeinschaften an, damit möglichst viele an der Verkostung von Wein und regionalen Hopfenspezialitäten Teil haben können.  Alternativ haben wir die örtlichen Taxifahrer schon informiert.

Im Schloss Ratzenhofen angekommen gibt es, je nach Geschmack, Sekt, Snacks, Kaffee und Kuchen. Wir hoffen, dass das Wetter mitspielt und wir dort den großen Garten genießen können.  Um 19 Uhr starten wir das Abendessen, das Ende des Abends ist offen.

Für einen gemütlichen Ausklang am Sonntag laden wir Euch am nächsten Tag ab 11 Uhr zu einem zweiten, informellen Frühstück bei Familie Kroiss in der Tulpenstraße 27 in Abensberg ein.

 

Übernachtung:

Für die auswärtigen Gäste haben wir eine Übernachtungsmöglichkeit im Hotel Kneitinger  in Abensberg von Samstag auf Sonntag gebucht (Die Zimmer sind spätestens ab 13 Uhr fertig, einige sicher schon früher). Diejenigen, die früher an- oder auch später abreisen möchten, bitten wir, dies direkt dem Hotel mitzuteilen  (Telefon 09443 / 91540, möglichst bis Mitte Juni wg. Reservierung).

 

Beiträge zur Feier:

Wir freuen uns natürlich, wenn Ihr Eurer kreativen Ader an dem Abend freien Lauf lassen wollt.  Rike, unsere Trauzeugin, übernimmt die Koordination der Beiträge und kann Eure Fragen beantworten. (Tel: 0176-23 51 21 73, E-Mail: ulrike.breyer@gmx.net).

 Geschenkideen:

Nach der Hochzeit möchten wir uns und Paulchen einen Traum erfüllen und die verlängerten Flitterwochen in Neuseeland verbringen.  Leider  liegt Neuseeland nicht eben um die Ecke und so würden wir uns über einen kleinen Zuschuss für die Reisekasse, sei es für Nationalparkeintritte, Alete-Gläschen oder andere südländische Spezialitäten, sehr freuen.

Für alle, die gerne etwas „Handfestes“ schenken würden, haben wir uns auf die Suche nach Lücken in unserem bisher eher studentischen Hausstand gemacht. Alle Lücken haben wir jetzt auf einem Hochzeitstisch im Porzellan- und Haushaltswarenladen Schreiner in Regensburg aufgetürmt. Frau Quade hat dort den Überblick und ist unter der Telefonnummer 0941-58001 zu erreichen und auch Michis Mama hilft gern weiter (Tel: 09443-3517; kroiss-abensberg@t-online.de).

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Viele Grüße

Michaela, Felix und Paul

Bald folgen die Hochzeitsinfos

In Kürze folgen die Hochzeitsdetails…

Die Heimreise

Um das Tandem zum Sahiba Gokcen Airport, der 40km vom Zentrum entfernt liegt, zu transportieren, brechen wir am letzten Tag früh auf. Im Notfall, also falls uns kein Reisebus und kein Nahverkehrszug mitnimmt, möchten wir auch noch radelnd pünktlich dort ankommen können. Zum Verpacken haben wir uns bei einem Radladen zwei Fahrradkartons geholt, eine große Rolle Paketband gekauft und uns im Altpapiervorrat der Stadt bedient. So bepackt geben wir ein lustiges Bild und beliebtes Fotomotiv für andere Touristen ab. Schließlich klappt alles wie am Schnürchen: eine Fähre bringt uns über den Bosporus nach Kadiköy. Auf dem dortigen Busbahnhof wartet bereits ein großer klimatisierter Reisebus zum Flughafen und der nette Fahrer hilft uns sogar noch, das Tandem im Kofferraum zu verstauen. Erst am Terminal selbst stoßen wir an eine Grenze, da das Fahrrad beim besten Willen nicht in den Röntgenapparat der Sicherheitskontrolle passen möchte. Wir müssen also das Rad vor den Augen der Kontrolleure verpacken. Im Karton ist das Rad dann schmal genug, um mit Schieben und Drücken im Scanner zu verschwinden. Der Polizist stellt jetzt zufrieden fest, dass sich in der Kiste, oh Wunder, ein Tandem befindet. Ordentlich verpackt darf das Fahrrad schließlich für nur 25 Euro mitfliegen – auch wenn die Dame am CheckIn kurz misstrauisch schaut, warum das eine Fahrrad in einem so langen Karton steckt. Da die Schlange hinter uns aber bereits eine beträchtliche Länge erreicht hat, was kurz darauf noch zu einer kleinen Prügelei zwischen zwei wartenden türkischen Großfamilien führt, fragt sie nicht weiter nach.

Nur drei Stunden später sind wir und das Tandem wohlbehalten in Frankfurt und damit jetzt leider wirklich am Ende einer tollen Reise.

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Istanbul!!!

Wir sind angekommen!!! Seit Samstag sind wir in Istanbul und gewoehnen uns langsam an das Gefuel, dass man Sightseeing nicht vom Fahrrad aus, sondern auch zu Fuss machen kann (von dieser ungewohnten Bewegung taten uns schon nach dem ersten Tag die Fuesse ganz schoen weh…). Aber es lohnt sich, die Stadt ist total faszinierend, man entdeckt an jeder Ecke einen neuen Palast, eine prunkvolle Mosche oder eine alte Kirche aus byzantinischer Zeit, und das leibliche Wohl kommt mit den vielen Kebab- und Boerekstaenden auch nie zu kurz.

Aber jetzt muesst ihr erstmal so tun, als wuesstet ihr noch nicht, dass wir schon angekommen sind, damit die Spannung fuer die letzten Etappen noch aufrecht erhalten wird:

Von Kavala aus ging es ohne weitere Umwege um irgendwelche Halbinseln herum ziemlich direkt nach Osten. Wie wir auf dem Weg erfahren hatten, waren die starken Waldbraende rund um Alexandroupoli ganz im Osten Griechenlands zum Glueck schon geloescht (ein Rennradfahrer hat extra einen Freund aus der Gegend dort angerufen, um fuer uns herauszufinden, ob in der Luft noch viel Rauch oder Asche ist) – es haette sonst vielleicht eine neue Einsatzmoeglichkeit fuer die Campingdusche gegeben…  So kamen wir ganz ohne verkohlte Koerper- oder Fahrradteile bis zur tuerkischen Grenze und lassen ab da wieder das Tagebuch sprechen:

„Die EU-Aussengrenze ist schnell ueberquert. Im Niemandsland pausieren wir dann ausgiebig und machen uns mit Hilfe der Parfuem-Tester im Duty-Free-Shop frisch, bevor wir und Stinki Neuland betreten – und das ist dann wesentlich aufregender als gedacht. Nicht wie ueblich einmal, sondern bestimmt viermal muessen wir an der tuerkischen Grenze unsere Paesse vorzeigen. Felix, der so viel Aufmerksamkeit nicht gewoehnt ist, steuert nach der ersten Kontrolle das Tandem auch zielsicher an allen weiteren Strassensperren vorbei und wird dann immer von dienstbeflissenen aber freundlichen tuerkischen Grenzern zurueckgepfiffen. Im Zollbereich entdecken wir eine LKW-Waage, die wir sofort befahren, um endlich unser Gesamtgewicht zu wissen, nach dem wir unterwegs so oft gefragt werden. Michi muss sich ganz schoen strecken,  damit sie an das in LKW-Hoehe angebrachte Fenster des Waagenwaerters reicht und dieser muss dann ganz schoen lange suchen, bis er uns auf dem Boden der Waage entdeckt. Er grinst und notiert 200 kg auf einem Zettel. Nun unseres Gewichtes bewusst passieren wir noch ein paar Kontrollen und machen das obligatorische Stinki-an-der-Grenze-Foto, dann sind wir wirklich in der Tuerkei. Leider ist der starke Gegenwind, der uns schon auf den letzten 100 griechischen Kilometern verfolgt hat, ein grenzueberschreitendes Projekt.

Trotzig fahren wir durch die zunehmend huegliger werdende Landschaft. Das heisst, vielleicht ist es nicht die Landschaft, die huegliger wird, sondern die breite Strasse, die sich auf einmal weigert, sich den natuerlichen Begebenheiten anzupassen. Tatsaechlich fuehrt sie schnurgerade jeden Berg hinauf und auf der anderen Seite wieder hinab. Ab und zu finden wir einen hoch beladenen Traktor, der auf dem Seitenstreifen so langsam faehrt, dass wir in seinem Windschatten einige Kilometer lang dem Gegenwind entgehen koennen und fuer kurze Zeit mit 30 kmh dahinradeln. Irgendwann biegen aber alle Traktoren ab und der Wind hat uns wieder… Auf einer der Kuppen sehen wir zwei weitere Tourenradler aus Hoergrenzhausen bei Koblenz, die mit zwei einzelnen Raedern ziemlich genau die gleich Route gefahren sind wie wir, und da sie auch bis Istanbul radeln, werden wir uns die naechsten Tage und abends auf den Campingplaetzen noch oft begegnen. Abends duerfen wir im Garten eines Restaurants unser Zelt aufschlagen, nehmen ein erfrischendes Bad mit der Campingdusche und tauschen bei Nudeln und einem Feierabendbier Tourenradlererfahrungen mit den beiden anderen Radlern aus.“

Am naechsten Tag wird der Gegenwind zwar ein bisschen besser, dafuer nehmen die Huegel zu und wir beschaeftigen uns zur Ablenkung intensiv mit einem weiteren Miss-Marple-Hoerbuch. Bei der Fuelle an Verdaechtigen, die alle irgendwie gleich heissen (Mister Ambrosius Pomeroy, His Highness Lord Morchendale usw….) denkt man weder ueber gefahrene Hoehenmeter,  noch ueber den Gegenwind mehr allzu viel nach :-). Die wenigen Doerfer und Staedte, durch die wir fahren, bestehen meistens aus einer Ansammlung scheinbar genau zur gleichen Zeit gebauter Betonkloetze und koennen uns daher nicht ganz ueberzeugen, dafuer die Leute umso mehr. Anders als man uns in Griechenland ueber die Tuerken erzaehlt hatte („alles Gauner und Drogenschmuggler“), sind alle Leute total nett und begeistert von dem Tandem, und sobald wir irgendwo anhalten, bekommen wir Tee oder Obst geschenkt (dass man Wassermelonen auf dem Tandem nicht so gut transportieren kann, wird dabei nicht akzeptiert…). Die Suche nach einem der vielen auf unserer Karte eingezeichneten Campingplaetze gestaltet sich schwierig, die meisten scheinen nicht mehr zu existieren. Irgendwann, inzwischen wieder an der Kueste bei Tekirdag, finden wir am Strassenrand ein Schild mit der Aufschrift „Camping“, doch dahinter verbirgt sich so ziemlich das Gegenteil von einem ADAC-Super-Campingplatz. Einige Wohnwaegen gehoeren tuerkischen Wochenend-campern aus Istanbul, die meisten der heruntergekommenen Zelte scheinen aber eher als dauerhafte Behausung gedacht zu sein. Als Dusche dient ein Wasserrohr, das aus der Wand ragt  und auf dem Weg dahin muss man an den Zeltplatzhaustieren vorbei, zwei Dobermaennern, die auf einem vergammelten Sofa liegen und einen wuetend anbellen (sind zum Glueck angekettet). Unser Reisefuehrer wuerde das jetzt ein „Adventure-off-the-beaten-track“ on „roads less travelled“ nennen, aber wir sind von den Annehmlichkeiten des modernen Massentourismus schon so verdorben, dass wir uns insgeheim wieder auf ein normales Klo mit Papier und ohne Wachhund freuen.

Der Abend wird aber trotzdem ganz schoen, wir sitzen wieder mit unseren Hoergrenzhausener Reisebekannten zusammen und schlafen, muede von Huegeln und Gegenwind tief und fest. So merken wir auch nicht, dass sich einer der Dobermaenner ueber Nacht losgerissen hat und uns am Morgen freundlich schwanzwedelnd begruesst. Also gleich wieder ins Zelt, Pfefferspray holen. In der Zwischenzeit hat auch der zweite Hund, neidisch auf die Freiheit seines Kumpels, so lange an der Kette gezogen, bis auch er sich befreit hatte. Zum Glueck ist das Pfefferspray nicht notwendig, da die beiden ziemlich vergnuegt ueber den Campingplatz tollen und erstmal ein Huhn jagen, das  vor lauter Schreck fast einen Herzinfarkt bekommt. Von uns nehmen sie erst so richtig Notiz, als sie unser Fruehstueck entdecken, dafuer sind sie dann umso interessierter und springen auf den Fruestueckstisch, um sich ihren Anteil zu sichern. Ernste Ermahnungen koennen sie nicht abhalten und Hand anlegen moechten wir im Anblick der kreaftigen Kiefer lieber nicht.  Felix moechte den fast leeren Joghurt-Topf aber nicht so leicht aufgeben und schuettet die vom Abendessen verbliebenen Chilli-Schoten hinein. Der Hund schlabbert so gut es geht darum herum, reibt sich danach aber noch ganz schoen lang die Nase. Eins zu Null fuer uns. Um dem Treiben ein Ende zu bereiten, versuchen wir anschliessend, das Herrchen zu wecken. Dieses schlaeft auf dem vergammelten Sofa, auf dem gestern die Hunde lagen und ist erst durch vehementes Decke-Wegziehen von Felix zum Aufstehen zu bewegen und tatsaechlich, nach mehrmaligem weiteren Ausbuechsen sind die Hunde irgendwann wieder an ihrer Kette, wir koennen die Fruehstueckssachen wegpacken und endlich losfahren… Was fuer ein Campingplatz!!

Am naechsten Tag, dem vorletzten der Radreise, geht es weiter durch immer dichter bebautes Gebiet, obwohl wir immer noch mehr als 100 Kilometer von Istanbul entfernt sind. Haessliche Betonburgen-Staedte wechseln sich mit umzaeunten Heile-Welt-Wochenendsiedlungen reicher Istanbuler ab. Bald werden aus zwei Spuren in einer Richtung drei und dann vier, zum Glueck meistens mit Seitenstreifen (eine andere Strasse Richtung Istanbul gibt es nicht). Sowohl unsere Karte als auch Schilder an der Strasse zeigen einen Campingplatz 50 km vor der Stadt, doch dort angekommen hat ihn niemand je gesehen. Leider spricht auch fast niemand Englisch, so dass wir es nicht schaffen, nach einer Campmoeglichkeit in einem privaten Obstgarten zu fragen. Freie, unbebaute Flaechen gibt es hier fast nicht und bis zum Zentrum Istanbuls zu fahren ist es noch weit. Frustriert ueberlegen wir, wie wir zu einem Uebernachtungsplatz kommen koennen und fragen als letzte Option an der Pforte einer der umzaeunten Wochenensiedlungen (mit wenig Hoffnung, da diese hier auch noch ziemlich nobel aussieht). Der Pfoertner bringt uns zum Besitzer eines der kleinen Haeuschen, der Englisch spricht und zu unserer grossen Ueberraschung und Freude duerfen wir fuer eine Nacht auf dem Spielplatz der Anlage campen! Zwischen Rutsche, Wippe und Schaukel spannen wir die Zeltleinen auf und liegen wenig spaeter gluecklich auf einer Pool-Liege und schauen uns den Sonnenuntergang an. Ein weiteres Beispiel, wie nahe scheinbare Ausweglosigkeit und ein dann doch ganz guter Ausgang auf so einer Radreise beieinander liegen…

 

Zum letzten Mal auf dieser Reise packen wir am Morgen Zelt und Habseligkeiten zusammen und begeben uns zurueck auf die immer breitere Strasse, um die letzten 50 Kilometer zurueckzulegen, nur noch ein paar Huegel bis Istanbul.

Am Wegesrand reiht sich jetzt ein Vorort an den anderen, unterbrochen von grossen Shopping-Malls. Bald sind es 6 Spuren in einer Richtung, auf denen sich LKWs, Busse, Autos und wir draengeln. Gut, dass wir jetzt schon 4000 Kilometer Erfahrung im Lenken und treten haben , denn die letzten 15km haben es echt in sich. Fast schon in der Innenstadt landen wir dann ploetzlich auf einer gut ausgebauten und dennoch fast leeren Strasse. Scheint ein Geheimtipp zu sein, denn alle anderen Fahrzeuge draengeln sich auf einer getrennten, parallel verlaufenden Spur. Dass mit dem Geheimtipp etwas nicht stimmt, merken wir erst, als die Polizei hinter uns auftaucht und laut durchs Megaphon „No no no no“  und „Problem“ ruft. Mehr Informationen bekommen wir leider nicht, da unsere Tuerkischkenntnisse dafuer nicht ausreichen, aber wir nehmen uns trotzdem vor, bei der naechsten Ausfahrt von unserer Spezialspur abzubiegen. Dort erwartet uns dann wiederum ein aufgeregter Polizist, der uns mit Handzeichen das Problem erklaert: wir befinden uns auf einer extra Transitstrecke, die alle paar Stunden die Richtung wechselt und in wenigen Minuten in die entgegengesetzte Richtung freigegeben wird – da haben wir ja nochmal Glueck gehabt…

Fuer die letzten 5 Kilometer bis zu unserem Hostel ziehen wir dann den langsameren aber sichereren Buergersteig vor. Jetzt nur noch schnell ein Abschlussfoto mit Stinki vor der Blauen Moschee und dann haben wir die 4015 Kilometer bis Istanbul ohne Unfall geschafft. Aber da haben wir die Rechnung ohne die Istanbuler Autofahrer gemacht. Eines dieser Examplare setzt gerade ohne sich umzuschauen aus einem Parkplatz zurueck. Wahrscheinlich wendet er seinen Kopf nicht, da er mit seiner dunklen Sonnenbrille durch die getoenten Scheiben seines Audi in der schattigen Hofeinfahrt sowieso nichts gesehen haette. Michi, die gerade das Fahrrad schiebt, betaetigt zwar noch geistesgegenwaertig die Hupe, trotzdem rammt die Schnarchnase unser Tandem samt Packtaschen. Wuetend verlaesst der Herr seine Maschine, aber zum Glueck hat der Lack durch das unvorsichtige Verhalten zweier Passanten nicht gelitten… Zwei Minuten spaeter werden wir Zeuge, wie ein telefonierender sonnenbebrillter Tuerke seinen neuen 3er BMW auf dem gleichen Parkplatz gegen ein stehendes Auto semmelt und wundern usn nicht mehr, als wir im Reisefuehrer erfahren, dass die Tuerkei die weltweit hoechste Rate an Verkehrsunfaellen hat. Der uebermaessig ausgepreagte Drang der hiesigen Fahrer, an den unmoeglichsten Stellen zu ueberholen sorgt an fast jeder Kreuzung fuer ein Chaos und spaeter ist es ueberaus unterhaltsam, sich einfach bei einem Espresso an eine groessere Kreuzung zu setzen und dem Wahnsinn zuzuschauen. Jetzt checken wir aber ersteinmal ein, parken das Tandem unter den staunenden Augen vieler Backpacker und Interrailer im Flur, duschen den Strassenstaub von der Haut und freuen uns, es wirklich geschafft zu haben…

So, das war es jetzt erstmal von uns, morgen packen wir uns und das geliebte Tandem in ein Flugzeug und ab geht es wieder in die Heimat. Wir freuen uns schon auf ein Dritt- oder sogar Viert-T-Shirt, vier Kochplatten statt nur eine, und natuerlich darauf, viele von euch bald wieder zu sehen!

 

Hoechste Zeit, uns nochmal zu melden bevor wir in Istanbul eintrudeln… wenn alles gut geht, wird das am naechsten Samstag der Fall sein! Seit dem letzten Eintrag am Ohrid See ist schon wieder Einiges passiert, also von vorne.

Nach zwei Regenerationstagen mit viel Nichtstun und ein paar Bootstouren auf dem Ohridsee(der Besitzer war da sehr vertrauensselig hinsichtlich unseres Kapitaenspatents) war es gar nicht so leicht wieder in die Pedale zu treten. Mehr schlecht als recht sind wir nach Bitola geschnauft. Hier gabs natuerlich alles, nur nicht den auf der Karte verzeichneten Campingplatz – an den konnten sich nur die Aelteren Bewohner noch erinnern.Also haben wir erstmals unsere Campingdusche ausprobiert  – das ist ein schwarzer Plastiksack mit Duschkopf dran, der seit Neuestem zu unserem Equipment gehoert. Es passen 20l rein und man kann wirklich ganz passabel darunter duschen. Damit sind wir deutlich unabhaengiger von irgendwelchen Campingplaetzen.

Nach einer ruhigen Nacht auf einem Feld biegen wir rechts ab nach Griechenland und sind kurz darauf wieder in der EU. Leider ist das Espressotechnisch nicht unbedingt ein Fortschritt. Erstens kostet unser Treibstoff auf einmal mehr als in Deutschland – ein Espresso und ein Capuccino zusammen kosten haeufig 6 Euro! Zweitens kommt es vor, dass es sich gar nicht um echten Espresso, sondern nur um notduerftig aufgeloestes Instant-Pulver handelt (kostet dann nur 5 Euro…grrrr).

 

 

Kurios ist auch, dass wir die ersten 80km bis Edessa nur durch Doerfer ohne Geldautomaten kommen und wir leider keine Euros mehr dabei haben – also ernaehren wir uns von unsern Vorraeten und von den unglaublich vielen Fruechten und Beeren am Wegesrand.

In Griechenland sind wir zuerst nach Edessa gekommen, einer ganz schoenen Stadt mit ein paar Wasserfaellen. Das beste dort war die Dame an der Touristeninformation, die uns zwar keinen offiziellen Campingplatz, dafuer aber den perfekten Wildcampingspot empfehlen konnte – im Stadtwald neben einem Amphitheater einschliesslich fliessendem Wasser fuer unsere Campingdusche.

Am naechsten Tag wollten wir eigentlich nur flugs die 90 flachen Kilometer nach Thessaloniki pesen. Dort hatten wir uns schon einen Campingplatz im Internet rausgesucht, der in einem Vorort liegen sollte. Das ging eine zeitlang gut, bis etwa 30km vor dem Ziel, als sich das Vorderrad mit verdaechtigen Schleifgeraeuschen zu Wort meldete. Der Mantel hatte einen kleinen Riss – das kannten wir ja schon vom Spluegenpass. Wir haengten die Vorderradbremse aus und hofften, dass der Schlauch die letzten Kilometer ohne Platzen ueberstehen wuerde und fuhren wie auf rohen Eiern weiter. Kurz vor Thessaloniki gabs dann auf einmal nur noch Autobahn oder Feldweg. Wir entschieden uns fuer Feldweg, der immer steiniger wurde. Es war ganz schoen still auf dem Rad, weil wir beide nur auf das Geraeusch eines platzenden Reifens warteten. Als waere das gerade nicht genug, kamen noch die Hunde. Waehrend sich Strassenhunde meistens nicht um uns kuemmerten, waren die Wachhundbestien in alten Industrieanlagen umso mehr an uns interessiert. Nur gut, dass die hinter einem Zaun waren. Leider haben Zaeune manchmal Loecher. Durch viele Zwischensprints und den beherzten Einsatz unserer LKW Hupe, mussten wir dennoch nie Pfefferspray einsetzen, auch wenn Michi eigentlich die ganze Zeit den Finger am Abzug hatte. Mitten in den Feldern sahen wir dann ploetzlich eine Herde Schafe und hoerten ein noch leises Bellen. Hirtenhunde waren die schlimmsten, hatten wir gelesen. Schnell wegfahren ging nicht, nicht mit dem Vorderrad und nicht auf dieser Piste. Also legten wir den Finger auf Hupe und Pfeffer-sprayabzug und warteten, was da um die Ecke kommen moege. Mit tapsigen Schritten kam ein kleiner Labradorwelpe angefegt, der aufgeregt klaeffte und beim Laufen staendig ueber seine eigenen Fuesse stolperte und dann mutig an einer Packtasche nagen wollte 🙂 .

Irgendwie kamen wir dann doch im Vorort von Thessaloniki an, aber hier hatte noch niemand von einem Campingplatz gehoert, obwohl wir wirklich jeden fragten, der uns ueber den Weg lief. Mit einrechender Dunkelheit und leerem Handyakku erreichten wir das Zentrum und fluechteten uns in einen Starbucks mit Steckdose und Wlan. Im Internet konnten wir von da den lastminute Preis fuer ein kleines aber nettes Hotel buchen und lagen kurz darauf verbluefft in einem echten Bett! Das Tandem durfte in der Lobby schlafen.

Da am naechsten Tag Sonntag war und alle Laeden zu hatten, verbrachten wir den folgenden Tag gemuetlich in Thessaloniki, einer Stadt mit vielen orthodoxen Kirchen und noch mehr schoenen, fantasievoll eingerichteten Caf“es (bei den Espressopreisen reicht das Geld bestimmt auch fuer einen guten Innenarchitekten). Ausserdem nutzten wir natuerlich alle Annehmlichkeiten unseres unverhofften Hotelaufenthaltes: (O-Ton Tagebuch)

„Zurueck im Hotel fuehrte uns der erste Weg wie ueblich schnurstracks vor den Fernseher. Leider ist das RTL-Nachmittagsprogramm aber auf so niedrigem Niveau, das selbst wir Abstinenzler, die wir wirklich gerade fast alles schauen wuerden, es nicht aushalten. Stattdessen nutzen wir die anderen Vorzuege eines Hotels. Michi skypt ueber das Wlan mit der kompletten Verwandschaft und Felix sorgt zunaechst mit der Klimaanlage fuer weihnachtlich-wintertliche Stimmung, um sich dann in der Badewanne wieder etwas aufzuwaermen.“

Insgesamt hat sich das Vorderrad also eine wirklich gute Stadt ausgesucht, um den Geist aufzugeben. Am folgenden Montag ist es denn auch kein Problem, in einem netten Radladen einen Ersatzmantel zu erstehen. Ausserdem kaufen wir neue Karten, da unsere Balkankarte in Thessaloniki aufhoert. Der Buchladenbesitzer schwaermt uns von Sithonia, dem mittleren der drei Chalkidiki Zipfel vor und meint, es waere zwar etwas huegelig aber sehr sehenswert. Wir entschliessen uns, in unserm Uebermut, noch schnell um diesen schoenen Zipfel herumzuradeln. Leider ist der zwar wirklich traumhaft schoen mit fast schon karibischen Straenden und einsamen Badebuchten, aber „huegelig“ war definitv untertrieben. Die Kuestenstrasse raubt uns den letzten Nerv, da sie immer steil auf 100m Hoehe hinaufklettert, um dann nach der naechsten Biegung wieder steil hinabzufuehren. So kommen wir, der Kueste folgend, jeden Tag auf deutlich ueber 1000 Hoehenmeter und unsere Beine an ihre Grenzen. Ausserdem schleicht sich ein fieses Erkaeltungsvirus ein. Zuerst erwischt es Felix, weshalb wir an der Ostseite von Sithonia nochmal einen Pausentag einlegen muessen. Inzwischen ist auch Michi ganz verschnupft. Insgesamt hat sich dieser Ausflug aber dennoch gelohnt – die Straende sind wirklich traumhaft und meist hat man sie fast fuer sich allein.

Gestern haben wir die Halbinsel verlassen und sind nach Kavala im Osten Griechenlands geradelt. Es gibt eine schoene Altstadt und sehr leckeres Moussaka! Nun machen wir uns auf, weiter nach Osten und hoffentlich sind wir dann in ein paar Tagen wirklich in Istanbul!

Nicht wie angekuendigt aus Dubrovnik, sondern erst wieder vom Ohrid-See in Mazedonien melden wir uns wieder einmal hier zu Wort, was vor allem daran liegt, dass wir in Dubrovnik viel zu sehr mit den vielen Annehmlichkeiten im dortigen Hilton-Hotel beschaeftigt waren (Hotelgutschein die zweite…).

Aber  von Anfang an (zwischendurch wieder mit O-Ton-Tagebucheintraegen):

Unsere neue Felge tat also brav ihre Dienste, so dass wir wieder Erwarten unsere Fahrt gleich nach dem letzten Eintrag hier fortsetzen konnten. Nach Split ging es also ueber die Inseln Korcula und Peljesac nach Dubrovnik (merke fuer weitere derartige Unternehmungen: wenn im Reisefuehrer steht, dass eine Insel aufgrund ihrer gebirgigen Landschaft fuer Autofahrer anstrengend zu befahren ist, so kann man sich als Radler auf einigen Hoehenmeterspass einstellen…).

Waehrend der vielen durchstrampelten, durchschwitzten und von Autofahrern mit mitleidigen Blicken begleiteten Bergstrecken hatten wir immer unser Ziel vor Augen: das Hilton Imperial in Dubrovnik. Das Personal an der Rezeption liess sich vor lauter Professionalitaet seine Verblueffung nicht so sehr anmerken wie bei unserer ersten Hoteluebernachtung ( vielleicht machten Stinki und wir jetzt auch schon einen Hotel-erfahreneren Eindruck…), das Tandem wurde in der Tiefgarage geparkt – fuer die dritte und letzte Uebernachtung haben wir uns vorgenommen, den Tandemschluessel einfach einem Boy zuzuwerfen 🙂 – und wir machten es uns im klimatisierten Zimmer bequem, welches wir vor Abend auch nicht wieder verliessen. Abends ist Dubrovnik noch schoener als am Tag und vor allem nicht so heiss. Am naechsten Tag kosten wir das wahnsinnig gute Fruehstuecksbuffet aus und sitzen, mehrere Touristen-Generationen ueberdaeuernd von halb 8 bis um 10 auf der Hotelterrasse, bevor wir uns wieder aufs Zimmer verziehen und bis zur Checkouttime um 12 deutsche Zoosendungen anschauen. Dann hilft leider alles Jammern nix, wir muessen raus an die heisse Luft. Als wir kurz darauf eine Stunde lang unsere Schaltung an einer staubigen verkehrsreichen Strasse reparieren, sind wir ganz schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Abends sind wir keine 40km weiter und campen romantisch vor dem Dubrovniker Flughafens, wo Sterne und Startbahnbeleuchtung um die Wette blinken.

Vom Sueden Kroatiens ueberfahren wir die Grenze nach Montenegro – wahrscheinlich tun wir dem armen Land unrecht, wenn wir es nur nach dem Kuestenstreifen bewerten, der auf unserer Reiseroute lag, aber der ist jedenfalls unglaublich haesslich, Tagebuch: „Fuer die naechsten Orte auf unserer Strecke koennen wir uns leider nicht erwaermen. Ueberall liegt Muell, der in der Sonne vor sich hin stinkt. Dayu kommen hunderte halb-fertige Appartmentblocks zwischen denen Heerscharen an Touristen mit Badehose und Schwimmreifen bewaffnet den Strand suchen (aus aktuellem Anlass: genauso wie in dem Loriot-Sketch, wo Familie Pasulke zwischen italienischen Bettenburgen den Strand sucht). Letzterer ist vor lauter Mietschirmen und Liegestuehlen nur schwer auszumachen. Abgerundet wir der Eindruck durch den Gestank der Abgase, die sich mit dem suesslich-fauligen Muell-Geruch vermischen.“ Der Campingplatz in einer der Touristenhochburgen fuegt sichprima ins Bild ein und muss nicht laenger beschrieben werden – anders als die Katze, die uns hier begegnet. „Beim Zelt-Aufbau erregen wir das Interesse einer kleinen Katze, die beherzt ueberall mitanpackt und mal den Sturmleinen und mal den Zeltstangen hinterherjagt. Irgendwann macht sie es sich zwischen Aussen- und Innenzelt gemuetlich und ist von dort auch nur durch energisches Schieben zu vertreiben. Nachdem alles verstaut ist und wir den Strandbesuch wenig verlockend finden, kochen wir bald Abendessen und Felix moechte sich noch einmal kurz die Schaltung zu Gemuete fuehren. Extra zu diesem Zweck hatten wir uns gestern schon eine Anleitung aus dem Internet heruntergeladen – leider ist trotz genauen Befolgens der Anweisungen das Ergebnis ziemlich unbefriedigend. Mal verharrt die Kette auf dem kleinsten Ritzel, dann wieder sitzt sie stoisch auf dem groessten, so als wuerden uns in Zukunft keine Anstiege mehr erwarten. Erst nach 2 Stungen so unablaessigem wie vergeblichen Drehens an Stellschrauben daemmert es Felix, dass vielleicht der Umwerfer als ganzes verbogen sein koennte und wirklich bringt eine kleine Korrektur wieder LEben in die Schaltung. Gluecklich geniessen wir ein Belohnungsbier und eigenlich koennte der Tag jetzt mit dem ueblichen „und sie schliefen muede aber zufrieden ein“-Satz beendet werden, wenn da nicht das kleine Felltier von vorhin waere. Mitten in der Nacht werden wir wach, weil sich das Innenyelt am Dach bedrohlich zu uns ausbeult. Die Beule ist warm und weich… und daemmert langsam, wer es sich da sozusagen auf unserem Dachboden gemuetlich gemacht hat… Weil unsere Zeltstangen bereits bei viel geringerer Belastung zerbrochen sind und die Lagerung von Kleintieren auf dem Innenzelt vom Hersteller so bestimmt nicht vorgesehen ist, muessen wir das Knaeuel leider wecken und etwas unsanft wieder hinaus befoerdern. Die Katze hat unseren Wink mit dem Zaunpfahl leider nicht verstanden und bleibt weiterhin sehr zutraulich. Wir versuchen, sie mit Haenden und Fuessen aus dem Vorzelt zu entfernen, doch kaum ist der vordere Katzenabschnitt mit viel Muehe nach draussen bugsiert, ragt der Schwanz auch schon wieder hinein und umgekehrt. Morgens treffen wir sie dann friedlich zusammengerollt im Vorzelt mitten unter unseren Packtaschen an :-)“.

Der Rest unserer Reise durch Monenegro ist unveraendert laut und staubig. Trotzdem sind wir etwas aufgeregt, als wir zwei Tage spaeter ueber die Grenze nach Albanien radeln – wir haben im LonelyPlanet und in anderen Reiseberichten einiges Unangenehmes ueber dieses lange abgeschottete Land gelesen – ruecksichtslose Autofahrer, kaputte Strassen, oft keine Laeden,… und wir sind umso ueberraschter als wir bald ueber eine 1a Schnellstrasse radeln und dank starkem Rueckenwind schon mittags 80km hinter uns haben. In Lezhe biegen wir ab auf eine weniger befahrene Strasse in die Berge. Es ist einer der heissesten Tage bislang und irgendwann zeigt unser Thermometer 42 Grad, so dass wir uns ins naechste Restaurant fluechten und lethargisch ein Lemon Soda nach dem anderen schluerfen. Durch die lange Pause ist es schon spaet, als wir uns endlich unserm Tagesziel Burrel naeher – eine Unterkunft fuer die Nacht haben wir noch nicht…

„Als wir uns endlich Burrel naehern war es schon spaet und wir nach ueber 130km ganz schoen erschoepft. Da sahen wir im Vorbeifahren eine alte Frau, die uns von ihrem kleinen Bauernhaus aus zuwinkte. Sie forderte uns per HAndzeichen auf, naeher zu kommen und in der Hoffnung auf eine Uebernachtungsmoeglichkeit yoegerten wir nicht lange. Zwar sprach sie nur Albanisch, doch auch ohne Worte lud sie uns ein, dass unser Zelt sich die Wiese vor ihrem Haus mit den Kuehen und Ziegen teilen duerfte. Waschen konnten wir uns mit einem Eimer Wasser, ein Plumpsklo gab es auch, und als grosses Highlight fuer uns wurden wir dann auch noch zum Abendessen eingeladen. Wegen des Ramadan wurde abends gross aufgetischt, und wir konnten uns satt essen an Eintopf, Salat, frischem hausgebackenem Brot und Obst als Nachtisch, alles aus dem Bauerngarten der Familie.Inzwischen war auch der Ehemann eingetroffen, der ebenfalls nur Albanisch sprach, doch dank ihrer netten und aufgeschlossenen Art entwickelte sich bald eine lebhafte Konversation mit Haenden und Fuessen. Natuerlich wurde, ganz unmuslimisch, auch wieder reichlich Schnaps ausgeschenkt, allerdings wie meistens nur fuer die Herren des Hauses /Zeltes. Als wir alle Gespraechsthemen abgearbeitet hatten, die sich pantomimisch darstellen liessen, war es schon spaet und wir von dem heissen Radeltag und der Schauspielerei ganz schoen erschoepft aber auch ueberwaeltigt von der albanischen Gastfreundschaft.“

Die albanischen Strassen wurden am naechsten Tag dann fuer Material und Mensch (vor allem fuer Felix, den Ums-Schlagloch-herum-Lenker) zur grossen Herausforderung, da sie streckenweise mehr Schlagloch als Asphalt aufwiesen und wir uns sowohl bergauf als auch bergab nur im Schneckentempo bewegen konnten. Die Auto- und Lastwagenfahrer waren aber, anders als wir im Voraus gehoert und befuerchtet hatten, total ruecksichtsvoll, ueberholten nur, wenn wirklich Platz dafuer war drueckten ihre Begeisterung ueber das Tandem durch kontinuierliches Hupen und Winken aus. Hinzu kam, dass an diesem Sonntag anscheinend ganz Albanien heiratete und wir so regelmaessig in die Autokolonnen hinter dem Brautauto einbezogen wurden – fuer alle Beteiligte ein grosses Hallo und viel Spass 🙂

Mittlerweile haben wir Albanien schon wieder verlassen, und sind jetzt nach einer Wildcamp-Nacht in den mazedonischen Bergen am Ohrid-See angekommen, wo wir an einem Mini-Camingplatz im Garten einer Familie direkt am See einen schon laengst mal wieder ueberfaelligen Pausentag einlegen und euch endlich mal wieder auf dem Laufenden halten koennen…

Weiter geht es dann zuerst nach Thessaloniki in Griechenland, und von dort aus streng nach Osten bis Istanbul (insgesamt sind es nur noch ca. 1000 km – also gut zu schaffen fuer unsere mittlerweile stahlharten Radlerwaden…).“